Bielefeld Köckerhof

Wegsaum

Säume sind ungefähr 1 – 3 Meter breite Pflanzengesellschaften, deren Zusammensetzung sehr von ihrer Nachbarschaft abhängig ist. Sie sind lineare Grenzbiotope, die zwischen Pflanzengesellschaften unterschiedlichster Art vermitteln: Zwischen Wiese und Wald, zwischen Weide und Hecke, zwischen Feld und Weg, zwischen Teich und Ufer und vieles andere mehr.

Unser Pflanzensaum auf dem Köckerhof besteht aus verschiedenen mehrjährigen Stauden. Hier wachsen unter anderem wilde Möhre, goldgelbes Johanniskraut , Malven und Schafgarbe.

Die Pflege beschränkt sich auf Mähen oder Mulchen ein bis zweimal jährlich. Wichtig ist dabei, dass es nicht zur Ansiedlung von Gehölzen kommt. Diese würden die Stauden verdrängen.

 

 

 

 

 

 

 

Blänke

Die Feuchtwiese zwischen alter und neuer Jöllenbecker Straße wird extensiv bewirtschaftet, d.h. sie wird nur zweimal jährlich gemäht und nicht mehr gedüngt. Um sie anzulegen, hat unsere Initiative 2010 Grasplaggen und Erdreich ausgehoben. Nun blühen hier unter anderem Kuckuckslichtnelke und Mädesüß. Das lockt viele Schmetterlinge wie Perlmutterfalter, Ochsenauge an und bietet auch Libellen, Heuschrecken und Käfern Nahrung. An der tiefsten Stelle der Feuchtwiese befindet sich eine landschaftstypische Blänke: eine Vertiefung, in der bei feuchtem Wetter Wasser steht. Dort wachsen ästiger Igelkolben, Sumpfschachtelhalm, Flatterbinse, Sumpfruhrkraut und Froschlöffel: ein idealer Lebensraum für Gras- und Teichfrösche, Molche, Libellen.

 

In einem jahrelangen Prozess soll sich hier wieder eine magere, artenreiche Feuchtwiese mit noch viel selteneren Pflanzen und Tieren entwickeln. Erste Erfolge konnten wir schon feststellen.

 

 

 

Klarwasserteich

Ein alter Teich wurde neu belebt.

Der Köckerhofteich am Wanderweg A1 wurde früher als Lösch- und Fischteich genutzt und war seit Jahren stark zugewachsen und verschlammt.

Wir hatten für diesen Teich folgende Vision:

Ein Teich mit kristallklarem Wasser, in dem das Sonnenlicht moosgrüne Grundpflanzen beleuchtet und der Wasserhahnenfuß weiße Blumenteppiche auf den Wasserspiegel zaubert! Wo sich die Frösche zum Sommerkonzert einfinden und sich Molche durch das glasklare Wasser schlängeln und wo Libellen in knisterndem Flug über den Wasserspiegel jagen. „

So etwas gab es früher in unserer Region häufig und es kann auch wieder möglich werden.“

Mit diesem Bild vor Augen hatte unsere Initiative 2007 den ersten großen Einsatz. In Abstimmung mit dem Köckerhof und dem Umweltamt konnten wir mit der Umsetzung starten, Finanziert wurde die Maßnahme aus einem EU Fördertopf “ELER“ und durch Fam. Meyer zu Müdehorst vom Köckerhof.

Sehr viele arbeitende Hände, beim Entholzen und der Einsatz großer Maschinen, um viele Kubikmeter Schlamm zu entfernen, haben möglich gemacht, dass wir unserer Vision schon sehr nahe gekommen sind.

Es wachsen Blutweiderich, Helmkraut, Wolfstrap, dreiteiliger Zweizahn und andere Pflanzen am Ufer, Wasserknöterich und ähriges Tausendblatt und einige andere lichtliebende Pflanzen im Wasser. Ein idealer Lebensraum für Libellen, verschiedene Froscharten und das Gewässer wird auch vom Eisvogel besucht.

Wegen der starken Freizeitnutzung durch Besucher, haben wir uns nach einigen Jahren entschlossen den Teich einzuzäunen und zwei Bänke in der Nähe aufzustellen. Die Sitzbänke wurden vom Verein 850 Jahre Theesen gespendet.

Blühstreifen und Glatthaferwiese

Glatthaferwiesen sind typischer Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie liefern nicht nur wertvolles Futterheu, sondern bieten Lebensraum für viele teilweise seltene Tier- und Pflanzenarten. Wir haben eine solche Wiese gleich an der Hofeinfahrt des Köckerhofes anlegen dürfen.

Eine bunte Wiese ist für alle schön, auch für Menschen, die sich mit seltenen Arten nicht auskennen. Bunte Blumen, duftende Kräuter, zirpende Heuschrecken, gaukelnde Schmetterlinge, summende Bienen und Hummeln unterstreichen diesen Wert im Detail. Ein Aufenthalt in einer Wiesenlandschaft ist wohltuend für Jung und Alt und kommt schon in die Nähe therapeutischer Effekte.

Wichtigstes Gras ist der namensgebende Glatthafer (Arrhenatherum elatius), der über 1,50 m hoch werden kann und mit seinen silbrigen, überhängenden Rispen die obere Schicht bildet. Viele der dort wachsenden Wiesenblumen bilden nicht nur schöne Blüten, sondern sind ebenfalls wichtige Futterpflanzen, wie beispielsweise Wiesenpippau (Crepis biennis), Bärenklau (Heracleum sphondylium), Vogelwicke (Vicia cracca) und Platterbse (Lathyrus pratensis).

Ganz wichtig für das gute Gedeihen ist die Bewirtschaftung: Die Glatthaferwiese wird zweimal im Jahr gemäht und das Heu von der Fläche entfernt. Glatthaferwiesen können im Ravensberger Land nahezu auf allen Böden wachsen. Leider sind sie immer seltener geworden.